Kong Lor Cave – a black hole?

I would have never thought that it can be that difficult to leave a tourist attraction. The Kong Lor cave is advertised in one of the big travel guide books as a highlight of Laos, in fact they quote that it is one of the most amazing caves that exist. It is situated in the countryside close to a small village in the middle of ricefields and misty mountains. We adored this idyll when we arrived in the small Kong Lor village. We were the only guests in the eco-lodge where we stayed except for the bus personnel who had driven us to the village. Even though this may sound like we had our personal driver from Vientiane this is not true. It was the public bus, an older model with leaking windows and a floor material that was peeling off and forming bubbles while the bus was driving but going back in original state as soon as the bus stopped. It was an interesting phenomenon to watch on our 7 hours journey.

The next morning we got up early to see the cave as the lodge owner had told us that a bus to Thakek, the next town we were heading to, would be leaving at around 1 pm. There is a river flowing through the 7.5 km cave and spelunking is done by boat. It was a huge and impressive cave although it could not  quite fulfill the (high) expectations I had.

After visiting the cave and lunch we were ready to leave. With sign communication we figured out that there was actually no bus but there should be a pick-up going at around 2 pm. This was in line with information we had found on the internet. At 2.30 pm a pick-up finally arrived bringing some new guests and local people. But the driver felt he did not want to drive back but make it a day. He quoted us the triple price and was not willing to negotiate. He parked his car and we walked away. But moments later he followed us again in his pick up. We did not have power in this negotiation as we did not speak the language and clearly wanted to leave – more and more as the situation became ridiculous. A guest house owner offered us a room and said that we needed to stay another night in one of the empty lodges if we wanted a transport for the normal rate. At the same time he was talking to the pick-up driver and we figured that he told him not to lower the price. At this point I got really angry as I felt trapped. So we walked away, we wanted to leave the village even on foot if it had to be.

We hadn’t walked far when a van stopped. We recognized two men we saw earlier selling stoves in the village. They offered us a ride and we managed to pack the bags in the van that was already completely stuffed with stoves. It was not the most comfortable ride to the next village but it felt like heaven – being able to leave. The men barely spoke English – we barely spoke Laotian but we tried hard and had some shared laugthers. We were overwhelmed by the friendlyness of these two sales men who also had to squash so we could fit 4 persons in the front row. After a funny one hour ride we arrived in a larger village where we managed to organize our next pick-ups – here they were still driving. After some 4 hours on open pick-ups we arrived in Thakek and were really happy that the adventure had a good outcome. We were reminded that as traveller you are always in the weak position especially if you don’t speak the language. And we started to refer to the Kong Lor Cave as the black hole that does not release you.

Since the rain did not stop for 2 days after we had arrived in Thakek we did not see much of the city. We enjoyed some good Laotian food in this border town to Thailand though. We crossed the bridge (this time the “Friendship Bridge No. 3”) to Nakhon Phanom in Thailand a provincial town in which almost no one spoke any word of English. Since we had enough of bus rides we booked ourselves a cheap flight to Bangkok and felt that we had arrived in civilization again.

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Zum Imbiss über die Grenze

Kaum in der laotischen Hauptstadt Vientiane angekommen, müssen wir gemäss Einreisestempel das Land bereits wieder verlassen (15 Tage Aufenthalt ohne Visum). Thailand liegt zwar nur einen Schattenwurf entfernt am anderen Ufer des Mekong, der nächste Grenzübergang befindet sich allerdings um die 30 km entfernt bei der sogenannten Friendship Bridge No. 1. Der Plan ist nun einen der typischen halbautomatischen asiatischen Scooter zu mieten, über die Grenze nach Thailand zu fahren und neu in Laos einzureisen mit weiteren 15 Tagen Aufenthalt. So weit so gut.

Normalerweise wird bei der Töffmiete der Pass oder Führerschein als Depot verlangt, was natürlich nicht so ideal ist, wenn man über die Grenze will. Dieses Problem lässt sich einfach lösen, indem wir bei unserem Guesthouse mieten, wo man keine Sicherheiten verlangt (man kennt sich ja). Leider verfügt dort nur eines der erhältlichen Modelle über den Luxus eines Nummernschilds und es ist auch noch das mit Abstand schlechteste Modell in üblem Zustand. Wir nehmen jedoch mit diesem Zweirad vorlieb, weil wir uns kaum Chancen ausrechnen, ohne Nummernschild über die Grenze zu kommen.

Nach einigem Murksen mit dem Kickstart beginnt der Töff zu schnurren und wir brechen in holpriger Fahrt auf Richtung Brücke. Trotz wenig Luft rollt das Gefährt brav geradeaus. Doch zu früh gefreut: Nach knapp 1 km ist der Tank leer… Es ist eine asiatische Unsitte, dass Scooter immer mit praktisch leerem Tank vermietet werden. Bis jetzt hatte der Rest Benzin eigentlich immer bis zur ersten Tankstelle gereicht; nicht so an diesem Tag. Wäre ja eigentlich gar nicht so schlimm. Zu allem Übel können wir mit dem verrosteten und verbogenen Schlüssel doch nicht einmal den Tankdeckel öffnen. So stehen wir also mitten in der Rushhour auf einer Hauptstrasse in Vientiane mit verschlossenem Tank und weit und breit keine Tankstelle, auch keine der sonst ubiquitären Flaschentankstellen, die man in den meisten einfacheren Ländern findet (ein Kiosk mit in Petflaschen abgefülltem Benzin – meist sehr stark verdünnt, vom Kauf wird abgeraten). Ich gehe also zurück zum Guesthouse und mit ein bisschen Gebastel und Hilfe von aussen bringen wir dann unser Gefährt doch noch zum Laufen.

Nach einigen zusätzlichen Irrwegen (traue niemals einem Strassenschild oder der Skalierung einer Karte), erreichen wir aber am späten Vormittag endlich die Friendship Bridge No. 1 über den Mekong. Geplant war nun diese mit unserem Töffli zu überqueren und in Thailand eine Runde zu drehen. Auf der Brücke gibt es denn auch eine offizielle Motorradspur, jedoch dicht gefolgt von einem Verbotsschild für Motorräder. Auf Anfrage begegnen die diversen Grenzposten der leichten Widersprüchlichkeit dieser Situation mit freundlicher Unwissenheit. Nun gut, wir lassen unsere Pässe vom Passbüro abstempel und versuchen unser Glück mit dem Töff. Der Grenzpolizist bei der Schranke vor der Auffahrt zur Brücke kontrolliert zuerst unsere Pässe, alles in Ordnung. Dann nimmt er unser Gefährt kritisch unter die Lupe. Kontrollblick hinten – ja wir haben ein Nummenrschild. Dann entdeckt er aber den Aufkleber unseres Guesthouses, woraufhin er die Passage trotz allem freundlichen Insistieren, Lächeln und gespielter Unwissenheit nicht gestattet. Offenbar will man keine Miettöfflis über die Grenze passieren lassen.

Also gehen wir halt zu Fuss durch die Kontrolle und nehmen den günstigen Shuttle-Bus über die Brücke. Nach der Immigration in Thailand gönnen wir uns endlich ein Thai Zmittag im einfachen Restaurant neben den Grenzposten. Am “7-Eleven” Supermarkt ist nun auch zweifelsfrei zu erkennen, dass wir wieder in Thailand sind. Von der Warenvielfalt fast erschlagen werden wir uns einig, dass diese kleinen Läden eines der Dinge sind, die wir an Thailand lieben. In Bangkok gibt es die Läden ca. alle 200 m, es ist also eine der wenigen Städte weltweit, wo man immer an günstiges Wasser kommt und nicht verdursten muss.

Nach dem Lunch geht es zurück über die Brücke, wir kriegen wieder einen 15 Tage gültigen Einreisestempel für Laos und unser “Boarder-run” kann doch noch erfolgreich abgehackt werden. Zum Buddha-Park in der Nähe schaffen wir es leider nicht mehr, da wir vom Regen überrascht werden und die Strasse unzumutbar schlammig wird. Mittlerweile regnet es jeden Tag, die Regenzeit hat uns nun definitiv erfasst.

Zur Feier des Tages gönnen wir uns einen Fruchtshake (es ist ja noch früh) in einer schönen Bäckerei und lesen die englische “Vientiane Times”. Ein Artikel bringt uns ein Schmunzeln auf die Lippen: “Senior economists are suggesting that the government should not control the price of goods in local markets”. Offenbar hat die auch heute noch offiziell kommunistische Regierung die Beamtenlöhne um sagenhafte 37% erhöht und gleichzeitig auch die Preise für Lebensmittel. Interessanterweise rechtfertigte das rote Regime den Preisanstieg mit einer stärkeren Nachfrage nach den Gütern. Der Regierungssprecher scheint es also nicht zu eng zu sehen mit der kommunistischen Ideologie; wenn es gerade passt, sind auch die bösen, kapitalistischen Marktkräfte gut genug.

Dann springt uns etwas anderes ins Auge: Zwei von drei Jobanzeigen in der englischsprachigen Zeitung sind von governmentalen Entwicklungshilfeorganisationen oder NGOs geschaltet. Laos ist das Lieblingskind der weltweiten Entwicklungshilfe. Mehr als ein unglaublicher Viertel des nationalen BIP stammen aus Entwicklungshilfsgeldern, ein Albtraum für Dambisa Moyos. Es ist ein böser Vorwurf gewisser Leute, die wir getroffen haben, dass sich das Land gerne ärmer gibt, als es wirklich ist, damit diese sprudelnde Geldquelle als veritabler Wirtschaftsfaktor nicht versiegt. Eine von den USA gespendete Betonlieferung wurde jedenfalls nicht für die vorgesehene Flughafenlandebahn verwendet, sondern für den Bau eines überdimensionalen Triumpfbogens (Patuxai). Wir erinnern uns auch an die surrealen, riesenhaften Paläste mitten im Dschungel zwischen ärmlichen Bambushütten. Zuerst dachten wir, es handle sich um Firmensitze von Rohstoffunternehmen oder Wochenendvillen der Geldeliten. Aber nein, die meisten dieser absurden Schlösser trugen Enseignen wie “Poverty Reduction Fonds” oder ähnlich. Natürlich mögen wir Laos diesen nicht versiegen wollenden Strom an Hilfsgeldern von Herzen gönnen (hey, hatten wir nicht auch kürzlich hierhin gespendet?). Wir gönnten uns daraufhin aber auch selbst etwas: Ein feines Znacht in einem gehobenen Restaurant in der Stadt, umringt von NGO Mitarbeitern, Entwicklungshelfern und weiteren gut bezahlten westlichen Weltverbessern.

Phonsavan: Von Steinkrügen und Folgen eines geheimen Krieges

Wir machten uns auf den Weg nach Phonsavan in der Provinz Xieng Khuang um in die ältere und neuere Geschichte von Laos einzutauchen. Wie einige von euch schon gemerkt haben, gibt  es zu den meisten unserer (Bus)Reisen eine Anekdote zu erzählen. So auch hier. Wir entschieden uns die zehnstündige Fahrt über Nacht anzutreten. Als wir den Bus erblickten, der uns nach Phonsavan bringen sollte, wussten wir nicht recht, ob wir anstelle eines “Sleeper” Buses einen Partybus gebucht hatten oder aber direkt zu Harry Potter entführt wurden. Im Innern des Buses brannten Lämpchen in allen Farben und die hämmernde, laute Musik passte nicht zu den Bettliegen, mit denen der Bus bestuhlt war. Zum Glück waren die doppelstöckigen Liegen im Unterschied zu Harry Potters “Knightbus” fest mit dem Boden verschraubt, so dass auf der anschliessenden sehr kurvenreichen Fahrt nur wir und nicht die ganzen Betten herumgeschleudert wurden. Nachdem die Lämpchen gelöscht waren und die Technomusik asiatischen Schnulzen weichen musste, konnten wir dann doch schlafen und waren erstaunt als wir nach sieben statt zehn Stunden unser Ziel mitten in der Nacht schon erreicht hatten.

Jetzt können wir das Rad der Zeit bis in die Eisenzeit zurückdrehen. Aus dieser Zeit stammen nämlich die tausenden, riesigen Kalksteinkrüge, für welche die Gegend berühmt ist. Verschiedene Legenden und Geschichten ranken sich um diese Krüge, wobei heute aber davon ausgegangen wird, dass es sich um Urnen oder Grabsteine handelt, die circa 1500 bis 2500 Jahre alt sind. Einige der 160 nummerierten Stätten sind zugänglich. Die Krüge sind häufig auf Hügeln zu finden, was auch als Indiz gilt, dass es effektiv um Friedhöfe und nicht etwa um Gärbottiche für leckere Getränke handelt. Denn auch heute noch sind Friedhöfe häufig auf Hügeln zu finden.

Am nächsten Tag machten wir uns also in einer Kleingruppe mit Guide auf diese Krüge zu finden. Uns wurde im Vorfeld auch versprochen, dass wir einen Steinbruch besichtigen könnten, wo diese Krüge hergestellt worden waren und einige halbfertige Krüge zu sehen wären. Als wir dann jedoch von Stätte 3 in Richtung des Steinbruch gehen sollten, merkten wir, dass unser vom Reisfeld herbeigerufene Ersatzguide (der andere war am Morgen aus Krankheitsgründen nicht erschienen) keine Ahnung hatte, wo genau er durchgehen sollte. Zwei kleine Mädchen aus dem Dorf, die uns begleiteten, wussten auch nicht weiter. Nach eineinhalb Stunden Wartezeit erschien dann ein Mann aus dem Dorf, der uns hinführen sollte. Doch auch der lief mit seiner Machete in verschiedene Richtungen – der Pfad war anscheinend überwachsen und mir wurde immer mulmiger.

Nun um die ganze Situation zu verstehen müssen wir das Rad der Zeit wieder vorwärts drehen, genauer gesagt in die sechziger und siebziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts. Im Nachbarland tobte zu dieser Zeit der Vietnamkrieg und gleichzeitig in Laos, von der Weltöffentlichkeit lange nicht wahrgenommen, der sogenannte “Secret War”. Die USA bombardierte das Land während neun Jahren (1964-1973) aufs Intensivste. Wir lasen, dass die Amerikaner mehr Bomben über Laos abgeworfen haben als während des zweiten Weltkriegs über Japan und Deutschland zusammen. Ein Grossteil davon waren Streubomben, wobei ungefähr 30% der Streumunition, sogenannte Bombies, nicht detoniert sind und daher bis heute ein grosses Problem darstellen. Unfälle ausgelöst durch die Bombies sind leider immer noch an der Tagesordnung und die am stärksten bombardierten Provinzen leiden auch bezüglich der Entwicklung von Infrastruktur und Landwirtschaft.

Zurück in die Gegenwart. Die Krüge aus der Eisenzeit befinden sich mitten in der meistbombardiertesten Provinz und es wird geraten auf vielbegangenen Wegen und Strassen zu bleiben. Wir folgten also unserem neu hinzugerufenen lokalem Guide durchs Unterholz und Gebüsch, ein Pfad war nicht erkennbar. Ich fand diesen Marsch durch “Bombie-Gebiet” je länger je weniger vertrauenserweckend. Daher entschied ich mich, den Steinbruch nicht mit eigenen Augen anzusehen. Der Tag war auch sonst sehr intensiv, da die Krüge nicht isoliert von der näheren Geschichte angesehen werden konnten. Bombenkrater bedeckten die gesamte Gegend. Überreste von den Bomben wie Hüllen waren überall ausgestellt. Die lokale Bevölkerung verwendete den Kriegsschrott auch kreativ weiter, zum Beispiel als Trog für Tiere, Pfahl eines Hauses, Besteck oder Schmuck. Letztere wurde durch Einschmelzen von aluminiumhaltigen Kriegsschrott hergestellt und auch an Touristen verkauft.

Am Abend besuchten wir das örtliche Museum einer Organisation (Mines Advisory Group), die sich für die Entfernung der Bomben einsetzt. Wir schauten uns mehrere Dokumentationen an, wie zum Beispiel die in Laos eigentlich zensierte “The most secret place on earth”. Dementstprechend waren wir danach ziemlich ernüchtert.

Am nächsten Tag ging die Reise weiter in die Hauptstadt Vientiane und auch hier gibt es wieder eine Geschichte zur Busfahrt. Eine beängstigende. Wir wählten die Strecke über eine neue Strasse, die angeblich wenig kurvenreich sein sollte, was aber nicht ganz stimmte. Die Strasse war eben doch sehr kurvig und führte durch hügeliges Gelände mit tiefen Abgründen. Unser Busfahrer fuhr wie jemand, der gerade die zweite Fahrstunde absolviert hat. Wir hatten das zweifelhafte Glück das Ganze aus der vordersten Reihe mitzuverfolgen und waren wahrscheinlich die ersten Leute, die sich in diesem Bus je die Sitzgurte angeschnallt hatten. Als dann die Musik eine sogar für Laos bedenkliche Lautstärke annahm und der Fahrer lachte, schrie und sich auch sonst sehr sonderbar benahm, fragten wir uns, ob er eventuell auch noch bewusstseinsverändernde Substanzen eingenommen hatte. Glücklicherweise wurde er nach dem Mittagessen vom zweiten Fahrer abgelöst, der zwar auch eine Kurve als geeigneten Ort für Überholmanöver erachtete, insgesamt aber doch viel sicherer fuhr. Und so erreichten wir schlussendlich Vientiane.

Schlemmen in Luang Prabang

Nach den Strapazen im Urwald wollten wir uns wieder mal etwas gönnen. Wir machten uns daher auf den Weg nach Luang Prabang, einer alten Königs- und Kolonialstadt, deren Altstadt heute ein UNESCO Weltkulturerbe ist. Als Abwechslung zu den vielen, häufig mühsamen Busfahrten nahmen wir dieses Mal das Schiff und liessen uns zusammen mit vielen anderen Touristen während zweier Tagen den Mekong hinunterchauffieren. Die Fahrt führte uns an vielen schönen Landschaften, Urwald und sehr hügeligem Gelände vorbei. Doch auch diese Reise wurde irgendwann etwas gar lang und unangenehm, auch wenn wir die Idee von den alten Autositzen, die auf dem Boot als Bänke recycliert werden, sehr lustig fanden.

In Luang Prabang angekommen, fanden wir ein Zimmer in einem alten Kolonialhaus in der Altstadt. Unser Balkon hatte Sicht auf den Mekong. Das hob unsere Laune enorm, die zuvor auf einem Tiefpunkt angelangt war, als das Boot circa fünf Kilometer ausserhalb der Stadt stoppte und dies kurzerhand zur Endstation erklärte. Wir waren doch etwas erstaunt, da auf allen Karten die Haltestelle mitten in der Stadt eingezeichnet und der Pegel des Mekong aufgrund der schon begonnen Regenzeit schon lange nicht mehr auf dem Tiefstand war. Jedenfalls mussten dann alle Passagiere, wovon 90% Touristen waren, mit einem überteuertem Tuktuk in die Stadt fahren.

Dann machten wir uns auf, die vielgelobte Gastronomie zu kosten. Wir sahen ein französisches Restaurant, das uns auf den ersten Blick zusagte. Die Speisekarte war auf Französisch verfasst, mit englischen Übersetzungen für die Gäste, die diese Sprache nicht beherrschen, wie wir dachten. Als ich dann jedoch auf Französisch meine Bestellung aufgeben wollte, sah mich der Kellner nur mit grossen Augen an und ich musste die Bestellung auf Englisch wiederholen. Dies ist uns übrigens nicht nur ein Mal passiert. Das Essen war dann doch sehr gut und wir haben uns sehr schnell an die guten Baquettes gewöhnt.

Nun, Luang Prabang ist definitiv nicht mehr so französisch wie auf den ersten Blick. Somit wollten wir auch die lokale Küche im gehobenen Segment ausprobieren und wir fanden ein Restaurant, das uns sehr zusagte. Da dieses auch Kochkurse anbot, buchten wir uns kurzerhand ein und verbrachten einen Tag im Umland mit Kochen und Schlemmen bis wir dachten, wir könnten mehrere Tage nichts mehr essen.

Während des Kurses wollte ich von unserem Kochlehrer wissen, welches Restaurant in der Stadt denn sein Favorit wäre. Ich war sehr erstaunt als er dann etwas von “Rösti” erzählte. Eines der besten Restaurants der Stadt sei von einem Schweizer geführt und biete helvetische Gerichte wie “Älplermagronen” oder “Züri-Gschnetzlets” an. Nach soviel Vorschusslorbeeren mussten wir es natürlich ausprobieren und waren positiv überrascht von der Authenzitität des Essens.

Und auch wir blieben länger in der Stadt als ursprünglich geplant, wie dies scheinbar vielen Leuten passiert. Neben dem Besuch der klassischen Sehenswürdigkeiten verbrachten wir vor allem auch viel Zeit damit durch die Strassen zu schlendern, auf dem Balkon die Aussicht über den Mekong zu geniessen, in Cafes zu sitzen und zu lesen.

Nam Ha: Welcome to the Jungle

Nach zwei Tagen zermürbender Reise vom Süden in den Norden Thailands und zwei Tagen Erholung in Chiang Mai brechen wir endlich Richtung Laos auf. In der thailändischen Grenzstadt Chiang Khong angekommen nehmen wir das Tuk-Tuk zum “Hafen”, das heisst zu einer Ansammlung kleiner Hütten an den Ufern des Mekong. Eine der Hütten beheimatet die thailändische Zollbehörde, wo wir den Ausreisestempel holen. Eine andere Hütte verkauft uns das Ticket für das Long Boat über den Fluss. Über das schlammige Ufer steigen wir mit ca. zehn asiatischen Grenzgängern in das kleine Boot und sind keine drei Minuten später auf der anderen Seite des Mekong. Ein Sprung ins Wasser, aufgepasst, dass der Rucksack nicht ins Wasser fällt und wir berühren laotischen Boden in Houay Xai. Nachdem wir wieder einmal den Pass abgeschrieben haben (unsere Bezeichnung für die sinnlosen Einreiseformulare) und versichert haben, dass wir nur 15 Tage im Land bleiben wollen, kriegen wir den Einreisestempel ohne Umschweife. Bürger der Schweiz und von Luxemburg sind wohl die einzigen Westler, die visumsfrei nach Laos einreisen können, jedoch nur für 15 Tage. Wir sparen uns also die paar Dollar für das 30-Tage-Visum und planen schon mal den “Visa run” ein (der ja streng genommen gar keiner ist, weil wir kein eigentliches Visum benötigen). Die ganze Prozedur hat keine zwanzig Minuten gedauert, um einiges schneller also als an den meisten internationalen Flughäfen.

Laos wird oft als das “vergessene Land” bezeichnet: Im Schatten seiner berühmten Nachbarn Thailand, Kambodscha, Myanmar, Vietnam und China fristet das Land sowohl in den Bereichen Entwicklung wie Tourismus nach wie vor ein Schattendasein. Nach meinem Dafürhalten passt jedoch der Name “Land der Spinnen” besser (dazu später mehr).

Nach unserer Ankunft im Norden von Laos beschliessen wir die Regenwälder der Umgebung zu erkunden, die zu den wildesten, dichtesten und ursprünglichsten Primärwäldern von Festland Südostasien gehören. Leider finden wir keine Gleichgesinnten für eine Dreitagestour durch den Dschungel (zu zweit wäre der Guide ziemlich teuer geworden), also schliessen wir uns einer bestehenden Zweitagestour an. Zunächst geht es einen Tag lang im Kayak durch den Nam Ha Nationalpark, dem ältesten des Landes, vorbei an dichtem Regenwald und kleinen Urwalddörfern. Unsere Navigationsfähigkeiten im Kayak werden bald hart auf die Probe gestellt: Die Stromschnellen sind zwar zu Beginn der Regenzeit noch relativ harmlos, doch wehe man lande mit dem Boot im Unterholz der Böschung. Dieses beheimatet nämlich eine nicht zu unterschätzende Anzahl hässlicher und grosser schwarzer Spinnen. Und wenn man in die Büsche kracht, landen die Viecher im Boot und auf deren Insassen. Dank unserer minimalen Kayak Erfahrung*, können wir im Vergleich zu unseren Mitleidensgenossen schlimmeres vermeiden, “unsere” Spinnen bleiben unter der 10 cm Marke und landen glücklicherweise nicht auf uns, sondern im Boot, von wo sie mit dem Paddel über Bord befördert werden, bevor sie Körperkontakt machen können. Anschliessend schwingen wir uns wie Tarzan auf einer Liane über den Fluss, springen à la Dschungelcamp-Mutprobe ins braune Nass und waschen das Ekelgefühl ab.

Völlig durchnässt erreichen wir unser Nachtlager, eine offene Bambushütte am Rand eines kleinen Dschungeldorfes. Nach ein paar Gläschen Lao-Lao legen wir uns auf den Bambusboden und schlafen zufrieden ein. Die Spinne hinter dem Moskitonetz (diesmal grösser als 10 cm – siehe Foto), bemerken wir glücklicherweise erst am Morgen.

Wir überqueren den Fluss und laufen nun zu Fuss durch den dichten Dschungel, zunächst steil berauf auf dem glitschigen Lehmboden. Bald tanzen wir wie wild umher. Der Grund: Letzte Nacht hat der Regen grosse rote Ameisen von den Bäumen gespült, welche nun einen Teil des Pfades als deren neues Territorium betrachten. Eindringliche wie wir werden entschieden bekämpft. Nach langen Entameisungsmassnahmen auf und unter den Kleidern (die Viecher klammern sich an einem fest!) fassen wir wieder Mut. Es geht steil runter zu einem kleinen Fluss, der Weg ist selbst für geübte Wanderer mit sicherem Tritt äusserst anspruchsvoll. Dann geht es über rutschige Steine dem Bachbett entlang. Zehn Minuten vor unserem Ziel verliere auch ich noch das Gleichgewicht, rutsche auf einem Stein aus ins Wasser…

Das vorgekochte Mittagessen wird wie schon am Vortag am Boden auf Bananenblättern eingenommen – von Hand versteht sich, wie das die Locals tun. Unsere Team-Lebensmittelkontrolleurin (aka Annemarie), die im Dschungel leider kein Handwaschlavabo findet, muss dabei etwas über ihren Schatten springen. Nach einem intensiven Tag freuen wir uns auf eine Dusche und trockene Kleider. Nach kurzer Zeit und einer neuseeländischen Pizza ist unser Wir-Haben-Genug-Vom-Dschungel-Gefühl auch wieder verflogen und wir freuen uns auf weitere Abenteuer.

* Danke an Anna und Dominique für die Smart Boxen zum Geburtstag von Annemarie!