Schlemmen in Luang Prabang

Nach den Strapazen im Urwald wollten wir uns wieder mal etwas gönnen. Wir machten uns daher auf den Weg nach Luang Prabang, einer alten Königs- und Kolonialstadt, deren Altstadt heute ein UNESCO Weltkulturerbe ist. Als Abwechslung zu den vielen, häufig mühsamen Busfahrten nahmen wir dieses Mal das Schiff und liessen uns zusammen mit vielen anderen Touristen während zweier Tagen den Mekong hinunterchauffieren. Die Fahrt führte uns an vielen schönen Landschaften, Urwald und sehr hügeligem Gelände vorbei. Doch auch diese Reise wurde irgendwann etwas gar lang und unangenehm, auch wenn wir die Idee von den alten Autositzen, die auf dem Boot als Bänke recycliert werden, sehr lustig fanden.

In Luang Prabang angekommen, fanden wir ein Zimmer in einem alten Kolonialhaus in der Altstadt. Unser Balkon hatte Sicht auf den Mekong. Das hob unsere Laune enorm, die zuvor auf einem Tiefpunkt angelangt war, als das Boot circa fünf Kilometer ausserhalb der Stadt stoppte und dies kurzerhand zur Endstation erklärte. Wir waren doch etwas erstaunt, da auf allen Karten die Haltestelle mitten in der Stadt eingezeichnet und der Pegel des Mekong aufgrund der schon begonnen Regenzeit schon lange nicht mehr auf dem Tiefstand war. Jedenfalls mussten dann alle Passagiere, wovon 90% Touristen waren, mit einem überteuertem Tuktuk in die Stadt fahren.

Dann machten wir uns auf, die vielgelobte Gastronomie zu kosten. Wir sahen ein französisches Restaurant, das uns auf den ersten Blick zusagte. Die Speisekarte war auf Französisch verfasst, mit englischen Übersetzungen für die Gäste, die diese Sprache nicht beherrschen, wie wir dachten. Als ich dann jedoch auf Französisch meine Bestellung aufgeben wollte, sah mich der Kellner nur mit grossen Augen an und ich musste die Bestellung auf Englisch wiederholen. Dies ist uns übrigens nicht nur ein Mal passiert. Das Essen war dann doch sehr gut und wir haben uns sehr schnell an die guten Baquettes gewöhnt.

Nun, Luang Prabang ist definitiv nicht mehr so französisch wie auf den ersten Blick. Somit wollten wir auch die lokale Küche im gehobenen Segment ausprobieren und wir fanden ein Restaurant, das uns sehr zusagte. Da dieses auch Kochkurse anbot, buchten wir uns kurzerhand ein und verbrachten einen Tag im Umland mit Kochen und Schlemmen bis wir dachten, wir könnten mehrere Tage nichts mehr essen.

Während des Kurses wollte ich von unserem Kochlehrer wissen, welches Restaurant in der Stadt denn sein Favorit wäre. Ich war sehr erstaunt als er dann etwas von “Rösti” erzählte. Eines der besten Restaurants der Stadt sei von einem Schweizer geführt und biete helvetische Gerichte wie “Älplermagronen” oder “Züri-Gschnetzlets” an. Nach soviel Vorschusslorbeeren mussten wir es natürlich ausprobieren und waren positiv überrascht von der Authenzitität des Essens.

Und auch wir blieben länger in der Stadt als ursprünglich geplant, wie dies scheinbar vielen Leuten passiert. Neben dem Besuch der klassischen Sehenswürdigkeiten verbrachten wir vor allem auch viel Zeit damit durch die Strassen zu schlendern, auf dem Balkon die Aussicht über den Mekong zu geniessen, in Cafes zu sitzen und zu lesen.

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