Heimkehr von der Odyssee

Keine zehn Jahre, sondern 365 Tage nach unserer Abreise aus der Schweiz packen wir unsere Rucksäcke zum letzten Mal. Jeder Gegenstand weckt Erinnerungen: Die faltbaren Campingteller, die uns durch die goldene Küste Neuseelands begleitet haben; die Schirme, mit denen wir der Regenzeit Laos’ trotzten; die Hosen, mit denen ich die grüne Hölle von Borneo durchquert habe; die Badehosen, mit welchen wir Seeschlangen und Haien begegnet sind; die in Pristina gekauften warmen Kleider, die danach bitter benötigt wurden und natürlich das elend langsame, billige Asus Netbook, mit dem wir manchmal qualvoll diesen Blog gefüttert haben. Die Odyssee, ähm Blogyssee, geht zu Ende und wir kehren heim.

Hawaii verabschiedet sich von uns mit Regen. Nach vielen schönen Tagen hat hier der Winter eingesetzt. Heute morgen wollen wir nochmal “SUP”en (stand up paddling), doch das Wetter macht nicht mit. Daher haben wir ein bisschen Zeit uns bereits auf den Alltag in der Schweiz einzustellen. Wachen wir nun aus einem Traum auf? Kehren wir einfach aus sehr langen Ferien zurück? Wie schnell werden wir wieder im alten Trott sein? So oder so steigen wir bald ins Flugzeug zurück in unser neues altes Leben. Und wir freuen uns darauf Euch alle bald wieder zu sehen!

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Ein halbes Jahr später

Wir sind mit wenigen kleinen Blessuren wohlbehalten von der Borneodurchquerung zurückgekehrt. Mitten im tropischen Regenwald haben wir bemerkt, dass wir seit exakt sechs Monaten am Reisen sind; es ist Halbzeit. Obwohl wir nicht an der Börse kotiert sind, sieht sich auch unser Unternehmen einer transparenten Corporate Governance verpflichtet und publiziert daher einen “Half year report”. Im Dschungel war die Internetverfügbarkeit verständlicherweise begrenzt, doch auch in Pantai Bira im Süden von Sulawesi, wo wir uns im Moment am weissen Sandstrand erholen, sieht es damit nicht wirklich besser aus. Wir sind im Wi-Fi-Free-Land, daher die lange Blog Flaute. Hier nun mit ein bisschen Verspätung unsere Kennzahlen fürs erste Halbjahr (Geschäftsjahr per 1. Februar):

Reisezahlen:

  • Bereiste Länder: 7 (Neuseeland, Australien, Myanmar, Thailand, Laos, Singapur, Indonesien)
  • Anzahl Stempel im Pass inkl. Visa: 23
  • Gesehene Flughäfen (inkl. Transfers): 21 (ich weiss, wir sind nicht so grün)
  • Anzahl Nächte im Zelt: 56
  • Bestiegene Vulkane: 3 (Neuseeland und Indonesien)
  • Tage am Strand: ca. 22, davon 7 bei Regen (ersteres muss dringend erhöht werden – wir arbeiten hart daran)
  • Ausflüge unter Wasser: 12 (wird zurzeit auch erhöht)
  • Anzahl üble Bus- und Zugfahrten: 23

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Materialrapport:

  • Materialverluste (gemeinsam): 2 Hosen (beide Ane), je 1 Paar Schuhe, 3 Paar Flip Flops (davon 2 von Theo wegen Geschmacksemmissionen entsorgt), 1 T-Shirt
  • Unsere Luxusgegenstände: Ane’s iPod und Theo’s Ohrenstäbli (neu: Tauchcomputer)
  • Drei nützlichste Gegenstände: Kindle, Therma Rest Mätteli (im Zelt), Desinfektionsmittel für Hände, wenn mal wieder keine Handwaschgelegenheit vorhanden ist.
  • Anzahl gelesene Bücher plus Reiseführer: Theo 15, Ane 26 (je plus 7)
  • Anzahl verbrauchte Zahnpastatuben: 5

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Weitere Kennzahlen:

  • Krankheitstage: Theo: 3, Ane: 1, davon Lebensmittelbedingt: 75%
  • Gefangene Fische: 3 (Snapper in Whangarei)
  • Teuerste und billigste Übernachtung (für 2 Personen): CHF 130 in Singapore; CHF 6 in Laos
  • Beste Mahlzeit: Laos Dips und Sampler in Luang Prabang,
  • Schlechteste Mahlzeit: Reis mit Ei in Nakhom Phanon (Thailand)

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Das Reisen hat uns wahrscheinlich nicht wirklich verändert, obwohl wir viel Zeit und Musse für Gedanken über das Leben, das Reisen, Werte und die Zukunft hatten. Nur in einer Hinsicht haben wir uns wohl etwas verändert: Vom vielen Draussensein können wir Langschläfer kaum mehr ausschlafen. Der Reisekoller (oder war es Inselkoller?) hat uns nur einmal am Strand von Koh Phangan kurz eingeholt. Er war dann aber schnell wieder wie weggeflogen. Bereut haben wir unsere Entscheidung für die Weltreise nie. Zu kurz gekommen sind bis jetzt Strand, Tauchen und Party. Dieses Defizit wird derzeit sowie bald nachgeholt. Die nächsten sechs Monate werden wir uns aber auch in tendenziell schwierigeren Reiseländern bewegen, ein fixer Plan steht jedoch noch nicht (unsere Aufgabe für die nächsten paar Wochen, wenn wir dann wieder mal Internet haben).