Wir sind dann mal im Dschungel

Wir haben uns entschlossen den herausfordernden “Cross-Borneo-Trek” durch den Regenwald von Kalimantan zu wagen. Zu Fuss, mit dem Boot, motorisiertem Kanu und auch auf vier Rädern werden wir die drittgrösste Insel der Welt von Osten nach Westen durchqueren. Dies bedingt aber eine circa dreiwöchige Pause von unseren Beiträgen auf diesem Blog, da wir unterwegs keinen Internetzugriff haben werden. Wenn wir zurück sind, gibt es dann aber hoffentlich viel Interessantes zu erzählen.

Vulkan, Vulkane, Indonesien

Fast zwei Wochen in Yogyakarta am Fuss eines der aktivsten Vulkane verbringend, wollen wir natürlich den gefährlichen Feuerberg Gunung Merapi von Nahe sehen. Wir fahren nach Kaliurang, ein kleines Dschungelkaff an den Hängen des Merapi, von wo aus man eine schöne Sicht auf den Vulkankegel haben soll. Leider spielt das Wetter nicht mit und trotz mühsamem Straucheln durch enge Dschungelpfade kriegen wir nicht mehr als Dampf, Nebel und Wolken sowie viele Affen zu sehen.

Bekanntlich liegt Indonesien auf dem pazifischen Feuergürtel (dem sog. “Ring of Fire”) und beheimatet daher nicht nur einen Vulkan, sondern deren Dutzende. So befindet sich etwa der berüchtigte Krakatau (bzw. heute dessen Tochter) westlich der Insel Java. Unsere Reise führt uns jedoch nach Osten zum Gunung Bromo. Dort fahren wir frühmorgens mit einem 4×4 Jeep auf einen Nachbarvulkan um den Sonnenaufgang über der atemberaubenden Vulkanlandschaft zu geniessen. Diese besteht hauptsächlich aus Sand (genannt Laotian Pasir, Sandmeer). Auch der rauchende Vulkan Gunung Bromo, den wir anschliessend besteigen, besteht hauptsächlich aus Sand bzw. Vulkanasche, teilweise das Ergebnis des letzten Ausbruchs im Jahr 2010. Gewissermassen ein riesiger Sandkasten…

Back to School in Yogya

Die Ankunft in der Universitätsstadt Yogyakarta, dem kulturellen Herz Indonesiens im Zentrum von Java, gestaltet sich chaotisch. Der vor ein paar Tagen begonnene Ramadan hält die meisten Reisenden, inklusive uns, nicht davon ab, das Land während der besten Reisezeit zu besuchen. Da wir unser Visum bereits in Singapur besorgt haben, können wir immerhin die Schlange vor dem “Visa on arrival”-Schalter umgehen. Dies bringt uns aber nicht wirklich viel, denn den Zollbehörden sind die Einreiseformulare ausgegangen. Nach einigem Hin und Her tauchen die Zettelchen dann doch noch auf und wir können zum Immigrationsschalter vorrücken. Es ist kurz nach 17:30 und die Sonne ist soeben untergegangen. Der matte Zollbeamte macht nach einem Tag ohne Essen und Trinken nicht den frischesten Eindruck. Offenbar bin ich sein letzter “Kunde” vor dem Feierabend zum Fastenbrechen. Zack, Stempel in den Pass und fertig. Zum Glück fällt mir sofort auf, dass der Einreisestempel das falsche Datum trägt: 11. statt 12. Juli… Wer jetzt denkt, ich solle nicht pingelig sein, muss wissen, dass wir unser 60-Tages-Visum bis zum letzten Tag auskosten wollen. Der Flug ist schon gebucht. Nach freundlicher Beanstandung korrigiert der Beamte das falsche Datum im Pass kurzum von Hand. Ob das denn formell korrekt sei, frage ich. Ja ja, das sei kein Problem. Und weg ist der Beamte. Auch sein Schichtnachfolger winkt ab, das sei überhaupt kein Problem. Ich hoffe jedenfalls, dass ich in zwei Monaten keinen (mehr oder weniger lustigen) Nachfolgeartikel schreiben muss. Die Frage ist nur, warum das vor mir noch keinem aufgefallen ist, denn offenbar hatte der nette Herr während seiner ganzen Schicht falsche Stempel verteilt.

Nun gut, wollen wir nicht zu kritisch sein mit diesem für uns neuen Land. Am Ausgang werden wir von unserer äusserst netten Gastfamilie abgeholt, ein junges Paar mit einem einmonatigen Baby. Sie und somit auch wir wohnen im mittelständischen Studentenviertel im Nordosten der Stadt. Hier wollen wir während ein paar Tagen Indonesisch lernen. Da Indonesien im Gegensatz zu den vorher bereisten südostasiatischen Ländern des Festlands keine eigene Schrift und eine relativ einfach konstruierte, phonetische Sprache hat, hoffen wir in ein paar Tagen genug aufzuschnappen um uns auch in abgelegenen Gebieten durchschlagen zu können, wo niemand Englisch spricht. Die Sprachschule LB Colorado ist sehr klein und familiär. Wir haben abwechslungsweise bei drei Lehrerinnen Unterricht, was doch eine erfrischende Abwechslung bringt. Wir merken aber, dass es uns gut tut, wieder einmal den Kopf etwas anzustrengen. Nach täglich sechs Lektionen raucht jedenfalls der Schädel.

Yogyakarta ist vor allem berühmt als Universitätsstadt und kulturelles Zentrum (unter anderem für Batik, Silber und anderes Handwerk). Die Stadt liegt am Fusse des Gunung Merapi, des offiziell aktivsten Vulkans des Landes, vielleicht sogar der Welt. Der letzte grosse Ausbruch ereignete sich vor drei Jahren. Gestern Abend hatten wir in Yogya ein kleines Erdbeben, wir bemerkten es jedoch nicht einmal (nur Stärke 2.6 auf der Richterskala). Heute Morgen hatte es Vulkanasche in der Luft. Die vulkanische Landschaft um Yogya ist zudem Kulisse für zwei der ältesten und eindruckvollsten Monumente der Region: Die 1200-jährige hinduistische Tempelanlage “Prambanan” sowie das gleichaltrige buddhistische Pendant “Borobudur”, gemäss Guidebook die meistbesuchte Sehenswürdigkeit des Landes. Die beiden Steinkolosse sind wirklich imposant und spielen in der Liga von Ankor Wat und Bagan. Wider Erwarten hielten sich die Besucherströme in Grenzen, offenbar wegen Ramaden.

Ansonsten ist Yogya eine klassische asiatische Stadt mit viel Verkehr. Die Stadt ist zwar meilenweit entfernt von jakartaesken Verkehrsverhältnissen, aber halt doch nicht wirklich fussgängerfreundlich (zumindest heutzutage). Als notorische Fussgänger erregen wir hier immer wieder leichte Verwunderung oder gar Befremdung. Ich denke, unsere Gastfamilie nimmt uns nicht mehr ganz für voll, weil wir einmal vom ca. 5 km entfernten Bahnhof nach Hause gelaufen sind. Wann immer jemand zu Besuch kommt, wird die Geschichte jedenfalls (als Kuriosum?) erwähnt. Hier muss ich ergänzen, dass die beiden ohne Witz für den Weg zum 200 Meter entfernten Lebensmittelladen in aller Selbstverständlichkeit das Auto nehmen, auch wenn nur ein Brot eingekauft wird. Andere Länder, andere Sitten.

Stopover in Singapur

Was soll ich über Singapur schreiben? Es war nicht mein erster Besuch in dieser Stadt, aber sie war ein idealer Ort um unser 60-tägiges Visum für Indonesien zu organisieren, nachdem diese Übung wegen dem zu kurzen Zwischenaufenthalt in der Schweiz gescheitert war (Grund für die temporäre Rückkehr in die Schweiz war die Hochzeit von Theos Bruder). Wir waren aber schlussendlich froh um diese Wendung, denn wir sind nun auch stolze Besitzer eines Iran-Visums, das wir in Bern besorgen konnten, doch dazu später mehr.

In Singapur nahmen wir uns dann ein paar Tage Zeit das Übliche zu besichtigen, wobei uns die Nachtsafari besonders gut gefallen hat (ob sie aber als Vorbereitung für weitere Dschungelabenteuer geeignet war?). In der Stadt der Shopping Center konnten wir uns dann wegen des Rucksacks als begrenzendem Faktor nicht gross austoben. Ich denke, Theo war darüber gar nicht mal so unglücklich.

Doch genug der Worte über die Stadt der Orchideen. Hier gibts noch ein paar Bilder und wir melden uns dann wieder aus Indonesien.

Kong Lor Cave – a black hole?

I would have never thought that it can be that difficult to leave a tourist attraction. The Kong Lor cave is advertised in one of the big travel guide books as a highlight of Laos, in fact they quote that it is one of the most amazing caves that exist. It is situated in the countryside close to a small village in the middle of ricefields and misty mountains. We adored this idyll when we arrived in the small Kong Lor village. We were the only guests in the eco-lodge where we stayed except for the bus personnel who had driven us to the village. Even though this may sound like we had our personal driver from Vientiane this is not true. It was the public bus, an older model with leaking windows and a floor material that was peeling off and forming bubbles while the bus was driving but going back in original state as soon as the bus stopped. It was an interesting phenomenon to watch on our 7 hours journey.

The next morning we got up early to see the cave as the lodge owner had told us that a bus to Thakek, the next town we were heading to, would be leaving at around 1 pm. There is a river flowing through the 7.5 km cave and spelunking is done by boat. It was a huge and impressive cave although it could not  quite fulfill the (high) expectations I had.

After visiting the cave and lunch we were ready to leave. With sign communication we figured out that there was actually no bus but there should be a pick-up going at around 2 pm. This was in line with information we had found on the internet. At 2.30 pm a pick-up finally arrived bringing some new guests and local people. But the driver felt he did not want to drive back but make it a day. He quoted us the triple price and was not willing to negotiate. He parked his car and we walked away. But moments later he followed us again in his pick up. We did not have power in this negotiation as we did not speak the language and clearly wanted to leave – more and more as the situation became ridiculous. A guest house owner offered us a room and said that we needed to stay another night in one of the empty lodges if we wanted a transport for the normal rate. At the same time he was talking to the pick-up driver and we figured that he told him not to lower the price. At this point I got really angry as I felt trapped. So we walked away, we wanted to leave the village even on foot if it had to be.

We hadn’t walked far when a van stopped. We recognized two men we saw earlier selling stoves in the village. They offered us a ride and we managed to pack the bags in the van that was already completely stuffed with stoves. It was not the most comfortable ride to the next village but it felt like heaven – being able to leave. The men barely spoke English – we barely spoke Laotian but we tried hard and had some shared laugthers. We were overwhelmed by the friendlyness of these two sales men who also had to squash so we could fit 4 persons in the front row. After a funny one hour ride we arrived in a larger village where we managed to organize our next pick-ups – here they were still driving. After some 4 hours on open pick-ups we arrived in Thakek and were really happy that the adventure had a good outcome. We were reminded that as traveller you are always in the weak position especially if you don’t speak the language. And we started to refer to the Kong Lor Cave as the black hole that does not release you.

Since the rain did not stop for 2 days after we had arrived in Thakek we did not see much of the city. We enjoyed some good Laotian food in this border town to Thailand though. We crossed the bridge (this time the “Friendship Bridge No. 3”) to Nakhon Phanom in Thailand a provincial town in which almost no one spoke any word of English. Since we had enough of bus rides we booked ourselves a cheap flight to Bangkok and felt that we had arrived in civilization again.