Stopover in Singapur

Was soll ich über Singapur schreiben? Es war nicht mein erster Besuch in dieser Stadt, aber sie war ein idealer Ort um unser 60-tägiges Visum für Indonesien zu organisieren, nachdem diese Übung wegen dem zu kurzen Zwischenaufenthalt in der Schweiz gescheitert war (Grund für die temporäre Rückkehr in die Schweiz war die Hochzeit von Theos Bruder). Wir waren aber schlussendlich froh um diese Wendung, denn wir sind nun auch stolze Besitzer eines Iran-Visums, das wir in Bern besorgen konnten, doch dazu später mehr.

In Singapur nahmen wir uns dann ein paar Tage Zeit das Übliche zu besichtigen, wobei uns die Nachtsafari besonders gut gefallen hat (ob sie aber als Vorbereitung für weitere Dschungelabenteuer geeignet war?). In der Stadt der Shopping Center konnten wir uns dann wegen des Rucksacks als begrenzendem Faktor nicht gross austoben. Ich denke, Theo war darüber gar nicht mal so unglücklich.

Doch genug der Worte über die Stadt der Orchideen. Hier gibts noch ein paar Bilder und wir melden uns dann wieder aus Indonesien.

Kong Lor Cave – a black hole?

I would have never thought that it can be that difficult to leave a tourist attraction. The Kong Lor cave is advertised in one of the big travel guide books as a highlight of Laos, in fact they quote that it is one of the most amazing caves that exist. It is situated in the countryside close to a small village in the middle of ricefields and misty mountains. We adored this idyll when we arrived in the small Kong Lor village. We were the only guests in the eco-lodge where we stayed except for the bus personnel who had driven us to the village. Even though this may sound like we had our personal driver from Vientiane this is not true. It was the public bus, an older model with leaking windows and a floor material that was peeling off and forming bubbles while the bus was driving but going back in original state as soon as the bus stopped. It was an interesting phenomenon to watch on our 7 hours journey.

The next morning we got up early to see the cave as the lodge owner had told us that a bus to Thakek, the next town we were heading to, would be leaving at around 1 pm. There is a river flowing through the 7.5 km cave and spelunking is done by boat. It was a huge and impressive cave although it could not  quite fulfill the (high) expectations I had.

After visiting the cave and lunch we were ready to leave. With sign communication we figured out that there was actually no bus but there should be a pick-up going at around 2 pm. This was in line with information we had found on the internet. At 2.30 pm a pick-up finally arrived bringing some new guests and local people. But the driver felt he did not want to drive back but make it a day. He quoted us the triple price and was not willing to negotiate. He parked his car and we walked away. But moments later he followed us again in his pick up. We did not have power in this negotiation as we did not speak the language and clearly wanted to leave – more and more as the situation became ridiculous. A guest house owner offered us a room and said that we needed to stay another night in one of the empty lodges if we wanted a transport for the normal rate. At the same time he was talking to the pick-up driver and we figured that he told him not to lower the price. At this point I got really angry as I felt trapped. So we walked away, we wanted to leave the village even on foot if it had to be.

We hadn’t walked far when a van stopped. We recognized two men we saw earlier selling stoves in the village. They offered us a ride and we managed to pack the bags in the van that was already completely stuffed with stoves. It was not the most comfortable ride to the next village but it felt like heaven – being able to leave. The men barely spoke English – we barely spoke Laotian but we tried hard and had some shared laugthers. We were overwhelmed by the friendlyness of these two sales men who also had to squash so we could fit 4 persons in the front row. After a funny one hour ride we arrived in a larger village where we managed to organize our next pick-ups – here they were still driving. After some 4 hours on open pick-ups we arrived in Thakek and were really happy that the adventure had a good outcome. We were reminded that as traveller you are always in the weak position especially if you don’t speak the language. And we started to refer to the Kong Lor Cave as the black hole that does not release you.

Since the rain did not stop for 2 days after we had arrived in Thakek we did not see much of the city. We enjoyed some good Laotian food in this border town to Thailand though. We crossed the bridge (this time the “Friendship Bridge No. 3”) to Nakhon Phanom in Thailand a provincial town in which almost no one spoke any word of English. Since we had enough of bus rides we booked ourselves a cheap flight to Bangkok and felt that we had arrived in civilization again.

Phonsavan: Von Steinkrügen und Folgen eines geheimen Krieges

Wir machten uns auf den Weg nach Phonsavan in der Provinz Xieng Khuang um in die ältere und neuere Geschichte von Laos einzutauchen. Wie einige von euch schon gemerkt haben, gibt  es zu den meisten unserer (Bus)Reisen eine Anekdote zu erzählen. So auch hier. Wir entschieden uns die zehnstündige Fahrt über Nacht anzutreten. Als wir den Bus erblickten, der uns nach Phonsavan bringen sollte, wussten wir nicht recht, ob wir anstelle eines “Sleeper” Buses einen Partybus gebucht hatten oder aber direkt zu Harry Potter entführt wurden. Im Innern des Buses brannten Lämpchen in allen Farben und die hämmernde, laute Musik passte nicht zu den Bettliegen, mit denen der Bus bestuhlt war. Zum Glück waren die doppelstöckigen Liegen im Unterschied zu Harry Potters “Knightbus” fest mit dem Boden verschraubt, so dass auf der anschliessenden sehr kurvenreichen Fahrt nur wir und nicht die ganzen Betten herumgeschleudert wurden. Nachdem die Lämpchen gelöscht waren und die Technomusik asiatischen Schnulzen weichen musste, konnten wir dann doch schlafen und waren erstaunt als wir nach sieben statt zehn Stunden unser Ziel mitten in der Nacht schon erreicht hatten.

Jetzt können wir das Rad der Zeit bis in die Eisenzeit zurückdrehen. Aus dieser Zeit stammen nämlich die tausenden, riesigen Kalksteinkrüge, für welche die Gegend berühmt ist. Verschiedene Legenden und Geschichten ranken sich um diese Krüge, wobei heute aber davon ausgegangen wird, dass es sich um Urnen oder Grabsteine handelt, die circa 1500 bis 2500 Jahre alt sind. Einige der 160 nummerierten Stätten sind zugänglich. Die Krüge sind häufig auf Hügeln zu finden, was auch als Indiz gilt, dass es effektiv um Friedhöfe und nicht etwa um Gärbottiche für leckere Getränke handelt. Denn auch heute noch sind Friedhöfe häufig auf Hügeln zu finden.

Am nächsten Tag machten wir uns also in einer Kleingruppe mit Guide auf diese Krüge zu finden. Uns wurde im Vorfeld auch versprochen, dass wir einen Steinbruch besichtigen könnten, wo diese Krüge hergestellt worden waren und einige halbfertige Krüge zu sehen wären. Als wir dann jedoch von Stätte 3 in Richtung des Steinbruch gehen sollten, merkten wir, dass unser vom Reisfeld herbeigerufene Ersatzguide (der andere war am Morgen aus Krankheitsgründen nicht erschienen) keine Ahnung hatte, wo genau er durchgehen sollte. Zwei kleine Mädchen aus dem Dorf, die uns begleiteten, wussten auch nicht weiter. Nach eineinhalb Stunden Wartezeit erschien dann ein Mann aus dem Dorf, der uns hinführen sollte. Doch auch der lief mit seiner Machete in verschiedene Richtungen – der Pfad war anscheinend überwachsen und mir wurde immer mulmiger.

Nun um die ganze Situation zu verstehen müssen wir das Rad der Zeit wieder vorwärts drehen, genauer gesagt in die sechziger und siebziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts. Im Nachbarland tobte zu dieser Zeit der Vietnamkrieg und gleichzeitig in Laos, von der Weltöffentlichkeit lange nicht wahrgenommen, der sogenannte “Secret War”. Die USA bombardierte das Land während neun Jahren (1964-1973) aufs Intensivste. Wir lasen, dass die Amerikaner mehr Bomben über Laos abgeworfen haben als während des zweiten Weltkriegs über Japan und Deutschland zusammen. Ein Grossteil davon waren Streubomben, wobei ungefähr 30% der Streumunition, sogenannte Bombies, nicht detoniert sind und daher bis heute ein grosses Problem darstellen. Unfälle ausgelöst durch die Bombies sind leider immer noch an der Tagesordnung und die am stärksten bombardierten Provinzen leiden auch bezüglich der Entwicklung von Infrastruktur und Landwirtschaft.

Zurück in die Gegenwart. Die Krüge aus der Eisenzeit befinden sich mitten in der meistbombardiertesten Provinz und es wird geraten auf vielbegangenen Wegen und Strassen zu bleiben. Wir folgten also unserem neu hinzugerufenen lokalem Guide durchs Unterholz und Gebüsch, ein Pfad war nicht erkennbar. Ich fand diesen Marsch durch “Bombie-Gebiet” je länger je weniger vertrauenserweckend. Daher entschied ich mich, den Steinbruch nicht mit eigenen Augen anzusehen. Der Tag war auch sonst sehr intensiv, da die Krüge nicht isoliert von der näheren Geschichte angesehen werden konnten. Bombenkrater bedeckten die gesamte Gegend. Überreste von den Bomben wie Hüllen waren überall ausgestellt. Die lokale Bevölkerung verwendete den Kriegsschrott auch kreativ weiter, zum Beispiel als Trog für Tiere, Pfahl eines Hauses, Besteck oder Schmuck. Letztere wurde durch Einschmelzen von aluminiumhaltigen Kriegsschrott hergestellt und auch an Touristen verkauft.

Am Abend besuchten wir das örtliche Museum einer Organisation (Mines Advisory Group), die sich für die Entfernung der Bomben einsetzt. Wir schauten uns mehrere Dokumentationen an, wie zum Beispiel die in Laos eigentlich zensierte “The most secret place on earth”. Dementstprechend waren wir danach ziemlich ernüchtert.

Am nächsten Tag ging die Reise weiter in die Hauptstadt Vientiane und auch hier gibt es wieder eine Geschichte zur Busfahrt. Eine beängstigende. Wir wählten die Strecke über eine neue Strasse, die angeblich wenig kurvenreich sein sollte, was aber nicht ganz stimmte. Die Strasse war eben doch sehr kurvig und führte durch hügeliges Gelände mit tiefen Abgründen. Unser Busfahrer fuhr wie jemand, der gerade die zweite Fahrstunde absolviert hat. Wir hatten das zweifelhafte Glück das Ganze aus der vordersten Reihe mitzuverfolgen und waren wahrscheinlich die ersten Leute, die sich in diesem Bus je die Sitzgurte angeschnallt hatten. Als dann die Musik eine sogar für Laos bedenkliche Lautstärke annahm und der Fahrer lachte, schrie und sich auch sonst sehr sonderbar benahm, fragten wir uns, ob er eventuell auch noch bewusstseinsverändernde Substanzen eingenommen hatte. Glücklicherweise wurde er nach dem Mittagessen vom zweiten Fahrer abgelöst, der zwar auch eine Kurve als geeigneten Ort für Überholmanöver erachtete, insgesamt aber doch viel sicherer fuhr. Und so erreichten wir schlussendlich Vientiane.

Schlemmen in Luang Prabang

Nach den Strapazen im Urwald wollten wir uns wieder mal etwas gönnen. Wir machten uns daher auf den Weg nach Luang Prabang, einer alten Königs- und Kolonialstadt, deren Altstadt heute ein UNESCO Weltkulturerbe ist. Als Abwechslung zu den vielen, häufig mühsamen Busfahrten nahmen wir dieses Mal das Schiff und liessen uns zusammen mit vielen anderen Touristen während zweier Tagen den Mekong hinunterchauffieren. Die Fahrt führte uns an vielen schönen Landschaften, Urwald und sehr hügeligem Gelände vorbei. Doch auch diese Reise wurde irgendwann etwas gar lang und unangenehm, auch wenn wir die Idee von den alten Autositzen, die auf dem Boot als Bänke recycliert werden, sehr lustig fanden.

In Luang Prabang angekommen, fanden wir ein Zimmer in einem alten Kolonialhaus in der Altstadt. Unser Balkon hatte Sicht auf den Mekong. Das hob unsere Laune enorm, die zuvor auf einem Tiefpunkt angelangt war, als das Boot circa fünf Kilometer ausserhalb der Stadt stoppte und dies kurzerhand zur Endstation erklärte. Wir waren doch etwas erstaunt, da auf allen Karten die Haltestelle mitten in der Stadt eingezeichnet und der Pegel des Mekong aufgrund der schon begonnen Regenzeit schon lange nicht mehr auf dem Tiefstand war. Jedenfalls mussten dann alle Passagiere, wovon 90% Touristen waren, mit einem überteuertem Tuktuk in die Stadt fahren.

Dann machten wir uns auf, die vielgelobte Gastronomie zu kosten. Wir sahen ein französisches Restaurant, das uns auf den ersten Blick zusagte. Die Speisekarte war auf Französisch verfasst, mit englischen Übersetzungen für die Gäste, die diese Sprache nicht beherrschen, wie wir dachten. Als ich dann jedoch auf Französisch meine Bestellung aufgeben wollte, sah mich der Kellner nur mit grossen Augen an und ich musste die Bestellung auf Englisch wiederholen. Dies ist uns übrigens nicht nur ein Mal passiert. Das Essen war dann doch sehr gut und wir haben uns sehr schnell an die guten Baquettes gewöhnt.

Nun, Luang Prabang ist definitiv nicht mehr so französisch wie auf den ersten Blick. Somit wollten wir auch die lokale Küche im gehobenen Segment ausprobieren und wir fanden ein Restaurant, das uns sehr zusagte. Da dieses auch Kochkurse anbot, buchten wir uns kurzerhand ein und verbrachten einen Tag im Umland mit Kochen und Schlemmen bis wir dachten, wir könnten mehrere Tage nichts mehr essen.

Während des Kurses wollte ich von unserem Kochlehrer wissen, welches Restaurant in der Stadt denn sein Favorit wäre. Ich war sehr erstaunt als er dann etwas von “Rösti” erzählte. Eines der besten Restaurants der Stadt sei von einem Schweizer geführt und biete helvetische Gerichte wie “Älplermagronen” oder “Züri-Gschnetzlets” an. Nach soviel Vorschusslorbeeren mussten wir es natürlich ausprobieren und waren positiv überrascht von der Authenzitität des Essens.

Und auch wir blieben länger in der Stadt als ursprünglich geplant, wie dies scheinbar vielen Leuten passiert. Neben dem Besuch der klassischen Sehenswürdigkeiten verbrachten wir vor allem auch viel Zeit damit durch die Strassen zu schlendern, auf dem Balkon die Aussicht über den Mekong zu geniessen, in Cafes zu sitzen und zu lesen.

Mandalay

Bekannt durch das Gedicht von Rudyard Kipling läuft man Gefahr, mit einer verklärten Vorstellung in Mandalay anzukommen, auch wenn der Ruf der Stadt heute ziemlich gegenteilig ist. Auch wir haben uns auf den Weg nach Mandalay gemacht, aber etwas weniger romantisch mit einem in die Jahre gekommenen Nachtbus, dessen Klimaanlage wundersame Geräusche und Melodien von sich gab und dessen Sitzabstand für Leute meiner Grösse konzipiert war (Theo’s Knie mussten etwas leiden). Aber im Unterschied zu Nay Pyi Taw hatten wir uns vorsorglich ein Hotel gebucht, konnten um 3 Uhr morgens einchecken und ein paar Stunden Schlaf nachholen. So waren wir gerüstet für einen langen Tag.

Es war ein Tag mit Hochs und Tiefs: Viele Strassen waren nach Regenfällen in der Nacht überschwemmt und das Vorankommen glich teilweise einem Hochseilakt (und wir sind leider keine Akrobaten). Die Trottoirs werden häufig für andere Zwecke missbraucht (Parkplatz für Motorräder, Verkaufsstände, Plastiktische mit Ministühlen = Bestuhlung eines Teehauses) und am Rand sind die Abwasserkanäle meist offen. Leider ist dann einer von uns mit einem Fuss in einen Kanal gefallen. Eine unschöne Erfahrung. Später konnten wir uns aber bei einem sehr guten burmesischen Essen wieder erholen, was uns dann auch noch mit der Küche des Landes versöhnt hat, die uns zuvor nicht unbedingt überzeugt hatte.

Wir schauten uns neben Pagoden auch eine Kirche, ein hinduistischer Tempel und eine Moschee an. Die drei letztgenannten befanden sich übrigens alle im Umkreis von 200 Metern zueinander. Doch der Schein trügt, auch hier sind Spannungen vorhanden, wie wir im Gespräch mit verschiedenen Leuten hörten.

Eine Vorstellung des berühmten Marionettentheaters stand am Abend auf dem Programm und wir waren fasziniert von den fremdländisch, schrillen Klängen der Musik und den geschickten und anmutigen Bewegungen der Puppen. Zum Ausklang liessen wir uns mit einer Trishaw (Velotaxi) unter dem Sternenhimmel nach Hause chauffieren, was der romantischen Verklärung einer asiatischen Stadt schon sehr nahe kommt.