Mandalay

Bekannt durch das Gedicht von Rudyard Kipling läuft man Gefahr, mit einer verklärten Vorstellung in Mandalay anzukommen, auch wenn der Ruf der Stadt heute ziemlich gegenteilig ist. Auch wir haben uns auf den Weg nach Mandalay gemacht, aber etwas weniger romantisch mit einem in die Jahre gekommenen Nachtbus, dessen Klimaanlage wundersame Geräusche und Melodien von sich gab und dessen Sitzabstand für Leute meiner Grösse konzipiert war (Theo’s Knie mussten etwas leiden). Aber im Unterschied zu Nay Pyi Taw hatten wir uns vorsorglich ein Hotel gebucht, konnten um 3 Uhr morgens einchecken und ein paar Stunden Schlaf nachholen. So waren wir gerüstet für einen langen Tag.

Es war ein Tag mit Hochs und Tiefs: Viele Strassen waren nach Regenfällen in der Nacht überschwemmt und das Vorankommen glich teilweise einem Hochseilakt (und wir sind leider keine Akrobaten). Die Trottoirs werden häufig für andere Zwecke missbraucht (Parkplatz für Motorräder, Verkaufsstände, Plastiktische mit Ministühlen = Bestuhlung eines Teehauses) und am Rand sind die Abwasserkanäle meist offen. Leider ist dann einer von uns mit einem Fuss in einen Kanal gefallen. Eine unschöne Erfahrung. Später konnten wir uns aber bei einem sehr guten burmesischen Essen wieder erholen, was uns dann auch noch mit der Küche des Landes versöhnt hat, die uns zuvor nicht unbedingt überzeugt hatte.

Wir schauten uns neben Pagoden auch eine Kirche, ein hinduistischer Tempel und eine Moschee an. Die drei letztgenannten befanden sich übrigens alle im Umkreis von 200 Metern zueinander. Doch der Schein trügt, auch hier sind Spannungen vorhanden, wie wir im Gespräch mit verschiedenen Leuten hörten.

Eine Vorstellung des berühmten Marionettentheaters stand am Abend auf dem Programm und wir waren fasziniert von den fremdländisch, schrillen Klängen der Musik und den geschickten und anmutigen Bewegungen der Puppen. Zum Ausklang liessen wir uns mit einer Trishaw (Velotaxi) unter dem Sternenhimmel nach Hause chauffieren, was der romantischen Verklärung einer asiatischen Stadt schon sehr nahe kommt.

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1 thought on “Mandalay

  1. Hallo Globetrotter
    <haben eben euren Kommentag gelesen. Regenfälle und überschwemmte Strassen sind auch bei uns im Moment ein Thema..Bei uns hat es nun 3 Nächte und 2 Tage durchgehend ergiebig geregnet … ! Haben auch das Gedicht 'On the Road to Mandalay von Kipling gelesen und ich erinnere mich auch an ein Essay, das Orwell über Burma geschrieben hat 'Shooting an Elephant'.

    Habts weiterhin gut und liebe Grüsse, Leena und Anthony

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