Man stelle sich mehrere tausend Tempel aus Ziegelstein in einer Ebene vor. Dies ist Bagan, eine historische Königsstadt im Zentrum von Myanmar. Wir waren sehr gespannt und freuten uns auf diesen Ort nicht zuletzt, weil wir uns nur schwer eine Vorstellung davon machen konnten. Der erste Blick bei Sonnenuntergang vom oberen Stock eines Tempels über die anderen war dann auch schlicht überwältigend und nicht einfach auf Fotos festzuhalten (wir haben es dennoch versucht). Am nächsten Tag mieteten wir bei mehr als 35 Grad und wolkenlosem Himmel ein Velo um die Tempel aus der Nähe zu erkunden. Wir wussten, es würde heiss werden und auch wenn uns Einheimische gesagt haben, wir könnten uns glücklich schätzen, da es vor ein paar Tagen noch etwas wärmer gewesen wäre, schien uns eine Siesta um die Mittagszeit eine sehr gute Idee.
Die Tempel haben uns dann auf den zweiten Blick fast etwas enttäuscht. Leider wurden viele Gebäude durch Erdbeben beschädigt und danach mehr grob renoviert als fachmännisch restauriert. Die Detailarbeit blieb daher meist auf der Strecke. Durch mehrere Velotouren auf sandigen und dornigen Wegen (wir hatten Glück, und fingen uns keine platten Reifen ein) mussten wir unser Urteil doch revidieren. Wir sahen sehr unterschiedliche Tempel, teilweise mit schönen Fresken, Reliefs und Statuen, wundervolle Ausblicke, Kuriositäten wie die “nuclear catastrophe overcome pagoda” und abgesehen von Souvenirverkäufern waren wir häufig die einzigen Leute.
Im touristischten Ort im Lande waren es dann auch vor allem die Sehenwürdigkeiten und die angenehme Infrastruktur, die uns in Erinnerung bleiben werden. Kontakte mit der Bevölkerung, die uns in anderen Landesteilen fasziniert haben, waren über die Standardsätze von den Verkäufern hinausgehend schwierig. “Hello my friend, where are you from?” – “Switzerland” – “Good chocolate. Do you want to buy sand paintings? I will give you a very good price.” Dies waren Sätze, die wir nach einer Weile nicht mehr hören konnten. Wir haben uns dann aber einen Spass daraus gemacht unsere Nationalität zu verändern und so andere Versionen zu hören.