Von gefühlten tausend Punkten auf der To-do-Liste

10. Januar, mein letzter Arbeitstag und jetzt ein Jahr lang keine Verpflichtungen. Schön wärs. Irgendwann im September sassen Theo und ich zusammen und wir haben uns eine lange To-do-Liste mit ungefähr 50 Punkten erstellt. Wenn wir diese Punkte abgehakt haben, wäre die Reise organisiert, dachten wir. Wir haben auch ganz vorbildlich Termine und Verantwortlichkeiten eingetragen. (Falls jemand, der diese Zeilen liest, auch an der Organisation einer Weltreise interessiert ist, die Liste kann bei uns angefragt werden).

Während des Herbst haben wir dann viele Stunden aufgewendet um Reiseziele zu recherchieren, Klimazonen zu vergleichen (Motto: es darf nie über längere Zeit weniger als 20 Grad warm sein), Versicherungen abzuschliessen und vieles mehr. Die Liste wurde auch schön kürzer und kürzer, auch wenn einige Punkte mehrmals diskutiert werden mussten. (Ja, ich weiss, dass ein Blackberry bezüglich Akkulaufzeit nicht mit einem 8-jährigen Sony Ericsson Mobiltelefon mithalten kann, aber mit dem Sony Ericsson ist man auf SMS und Telefonie limitiert, wir sind aber die WhatsApp Generation).

Anfangs Januar sehen die noch zu erledigenden Punkte überschaubar aus. Theo und ich überlegen uns schon, ob wir nicht noch ein paar Tage Snowboarden einplanen könnten. Doch dann realisieren wir, dass aus den wenigen Punkten plötzlich viele mehr werden: es geht ins Detail. Wir müssen unsere Wohnung räumen, unser Dasein in der Schweiz für ein ganzes Jahr vorplanen. Es beginnt mit der Steuererklärung (ja die kommt irgendwann im Februar und sollte bis Ende März oder mit Verlängerung ein paar Monate später ausgefüllt sein) und endet mit Dingen wie der Postvollmacht oder dem Unverständnis, warum ich eine Vollmacht für Theo’s Eltern ausfüllen muss, er aber nicht, da er den gleichen Nachnamen hat (da könnte ja auch mein nicht verwandter Nachbar mit gleichem Nachnamen auf der Post vorbei…). Wir realisieren, dass wir mit 30 Jahren wieder von anderen Leuten abhängig werden, da gewisse Sachen nicht aus dem Ausland erledigt werden können. Dafür sind wir unseren Eltern sehr dankbar.

Aber ihr, die uns kennt, habt sicher schon gemerkt, dass wir uns von ein paar Vollmachten und Steuerfragen nicht zu sehr stressen lassen würden. Nein, es gibt noch ein paar andere Gründe, warum das Stresslevel doch etwas steigt. Seit November gehen wir durch einen selbstgewählten Impfmarathon, wie wir ihn wahrscheinlich nicht mal als Kleinkind erlebt hatten. Nach 9 Impfungen kann ich Spritzen nicht mehr sehen und ich kenne mittlerweile auch einige Impfnebenwirkungen. Natürlich sind dann die Tage mit diesen Nebenwirkungen nicht die produktivsten fürs Räumen der Wohnung und Organisieren der Reise. Es scheint dann, dass wir extrem langsam voran kommen. Leider hatten wir auch noch Besuch von Noroviren. Die Details erspar ich euch.

Nein, wir lassen uns auch nicht von unserer leicht geschwächten Konstitution unterkriegen. Es gibt noch einen anderen Grund, der sicher auch mit dem Stresslevel zu tun hat: Seit einigen Wochen verabschieden wir uns von vielen lieben Freunden und Kollegen, was mit vielen Emotionen begleitet ist und häufig auch einen gewissen Alkoholpegel zur Folge hat. Wir müssen uns von euch allen ein Jahr verabschieden, verlassen die Routine für das grosse Ungewisse, was sehr aufregend aber manchmal auch leicht beängstigend wirkt.

So, aber jetzt muss ich los um die nächsten und bald letzten Punkte auf der Liste zu erledigen: letzte Medikamente einkaufen, Sonnenbrille anpassen, Dollars tauschen, Küche putzen…

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1 thought on “Von gefühlten tausend Punkten auf der To-do-Liste

  1. Das Bier gestern war hervorragend und natürlich eine grosse Freude euch beide kurz vor dem grossen Abenteuer ein letztes Mal zu sehen und auf ein “gutes Gelingen” anzustossen!!
    Geniesst dieses Jahr!! Es ist ein mutiger Schritt für ein Jahr alles hinter sich zu lassen (Chapeau)! Aber ich denke bei euch muss man sich keine Sorgen machen.
    Ich werde das Abenteuer von hier aus verfolgen und vielleicht sehen wir uns auf der Zielgeraden in Maui wieder, würde mich sehr darüber freuen…
    PS @ Anne: Halte Theo wenn es sein muss etwas im Zaun :-)…

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